Sämi Weber – der Spezialist für Bauchtreffer.

Gestatten: Sämi Weber. Ich habe schon geschrieben, als ich noch gar nicht schreiben konnte: Meine überarbeitete Version von «Schneewittchen» gilt noch heute als Klassiker im Archiv meiner Primarlehrerin. In der 4. Klasse griff ich das erste Mal in die Tasten einer Schreibmaschine, um meine Ergüsse einem breiten Publikum zugänglich zu machen: Die HVTCZ (Humoristen Verein Tannenbach Club Zeitung) brachte es auf eine unbeglaubigte Auflage von 30 Exemplaren. In der 6. Klasse passten wir die Publikation dem veränderten Leseverhalten der Zielgruppe an. Nach dem Re-Launch hiess die Zeitung neu «Das Blaue Blatt» und entstand unter gütiger Mithilfe eines Vaters und seines Schnapsdruckers.

Ohne Doping zum Vizemeister-Titel

Als Schwimmer brachte ich es zu einer Bronzemedaille an der Ostschweizer Meisterschaft. Ein Erfolg, von dem ich an den diversen Leichtathlethikmeetings nur träumen konnte. Aus diesem Grund stand ich meistens auf dem Fussballplatz, wo ich als gefürchteter Mittelstürmer den anderen so lange um die Ohren rannte, bis alle zwei Köpfe grösser und zwei Schultern breiter waren. Statt auf die Ersatzbank sass ich dann doch lieber auf einen Velosattel, wo ich ganz passabel die Berge hinauf und weniger passabel wieder herunterfuhr. Was mir immerhin den Titel eines «kantonalen Vizemeisters im Bergzeitfahren» einbrachte. In der Oberstufe lancierte ich mit «The Görpsler» eine weitere Schülerzeitung, die nach kurzer Zeit die Schallmauer von 100 Lesern und 10 Inserenten durchbrach und die Einführung des Freifachs «Schülerzeitung» zur Folge hatte. Hier lernte ich theoretisch, was ich in der Praxis schon lange tat. Es sollte nicht das letzte Mal in meinem Leben sein.

Erste Erfolge als Fact-Sheet-Texter

Traumberuf I, Sportreporter, scheiterte an der unsäglichen Micky Maus Stimme und Traumberuf II, Velorennfahrer, an den kaputten Knien. So stieg ich beim Fachzeitschriftenverlag Graf & Neuhaus endgültig ins Verlagswesen ein. Das Unternehmen gab so renommierte Publikationen wie «Armee Motor», «Petri-Heil» und «Mop – die Fachzeitschrift für Gebäudereinigung» heraus. Hier machte ich mich unter anderem beim wochenlangen Einpacken von Fischerkalendern und beim Korrigieren der Prüfungen zum Schweizer Sportfischerbrevet verdient. Motiviert durch die hohen Rücklaufquoten meiner Abo-Mailings wechselte ich zu Mövenpick Hotels International, wo ich als Werbeassistent und Texter unter anderem den legendären Satz «Alle Zimmer verfügen über Dusche/WC, Radio/TV und Selbstwahltelefon» zum besten gab. Nach zwei Jahren hatte ich genügend Fact Sheets geschrieben und wechselte in eine richtige Werbeagentur. Bei Ogilvy & Mather konnte ich meine Unfähigkeit zum Organisieren und Administrieren voll unter Beweis stellen: Ich hatte zwar mit Abstand am meisten Sichtmäppchen auf dem Pult; verpasste aber trotzdem jeden Termin. Zudem war ich bei den Kunden mit meiner grossen Klappe und meiner geschmacklosen Kleidung nicht wirklich gern gesehen.

Von David Ogilvy in die Kreation geadelt

Als David Ogilvy himself seinen Besuch am Weihnachtsessen ankündigte und man «doch etwas tun musste», aber niemand gewillt war, auch wirklich etwas zu tun, meldete ich meine Ambitionen für eine Stelle als Texter unverhohlen an und realisierte unter gütiger Mithilfe von Petra Zehnder über Nacht einmal mehr eine Zeitung: «Quark» – unsere Antwort auf «Blick». Darauf konnte ich tatsächlich innert 24 Stunden in die Kreation wechseln und endlich als Texter arbeiten. Meine Erleichterung war genauso gross wie diejenige des Beratungsgruppenleiters. Es folgten 1’387’645 Worte für Frisco Findus, American Express und Polaroid und anschliessend ein sechsmonatiger USA-Aufenthalt, während dem ich mir auf der Happy Acres Ranch in Jacksonville FL einen Namen als Seifenkistenbauer und Schwimmlehrer  machte. Nach der Rückkehr lernte ich den Krawattenknopf, erstand bei PKZ eine Schale von Boss und versuchte mich als PR-Redaktor bei pi.ar. (heute Communicators), wo ich zwar wenig verstand aber sehr viel lernte. Weil meine neuen Hosen nicht nur schön aussahen, sondern auch ganz schön bissen, tauschte ich sie wieder gegen bequeme Jeans und machte mich mit 24 Jahren als Texter selbständig.

Mehr Text. Und weniger Mitarbeiter.

Der Firmenname «Text. Und mehr.» war so gut, dass er sogleich von einem lieben Texter-Kollegen in St. Gallen geklaut wurde. Auch der Geschäftsgang war richtig gut: Nach zwei Jahren hatte das Unternehmen bereits sechs Mitarbeitende. Und ich keine Zeit mehr, selbst zu schreiben. Was nun definitiv nicht dem entsprach, was ich mir unter Selbständigkeit vorgestellt hatte. Und so redimensionierte ich mich wieder auf mich selbst. Das Lehrgeld war teuer. Die wieder gewonnene Freiheit unbezahlbar. Meine Datenbank verrät mir, dass ich seit 1988 rund 8’000 Projekte für kleine, mittlere und grosse Unternehmen realisiert habe. Einige Aufträge haben besonders viel Spass gemacht. Zum Beispiel der Krimi für Renault. Die Entwicklung des Versprechens «Aus der Region. Für die Region.» für die Migros. Oder die Sticom «Hotel Paradiso» für die Credit Suisse. Rote Fäden legen und Botschaften emotional erlebbar machen, wurde je länger je mehr zu meiner Kernkompetenz. Aus diesem Grund habe ich nach 15 Jahren auch den Firmennamen geändert und «Text. Und mehr.» in «Bauchtreffer.ch» umbenannt. Seither konzentriere ich mich noch mehr auf das, was ich besonders gut kann. Ich schreibe verkaufswirksame Texte. Ich dramatisiere Veranstaltungen. Und ich emotionalisiere Lerninhalte. Weshalb ich mich auch lieber als Geschichtenmacher und nicht als Texter bezeichne. Obwohl ich selbstverständlich Mitglied beim Schweizer Textverband bin.

Vom Texter zum Geschichtenmacher

Zu meiner Zeit hiess es noch: «Texten kann man nicht lernen. Ausser beim Texten.» Trotzdem habe ich ein paar Aus- und Weiterbildungen absolviert, die mir heute das Leben als Texter einfacher machen. Und mir helfen, meine Kunden optimal zu beraten. Zum Beispiel «Werbeassistent mit eidg. FA», «PR-Assistent mit eidg. FA« und «Deutschdiplom der Zürcher Handelskammer». Später habe ich in Köln die «Storytelling Masterclass», bei Fernsehen SRF das Seminar für Sitcom-Autoren und bei Wolfgang Pfeiffer die Ausbildung zum Drehbuchautor nach Kopernikus besucht.  Weiter bin ich von  Google zertifizierter Adwords Spezialist und habe an der Somexcloud die Ausbildungen zum «Social Media Manager» und zum «Community Manager»  absolviert und in diesem Zusammenhang mit Peter van der Touw (Notch Interactive) und Sam Steiner (Alike) auch den Gratisratgeber «Der Shareville Approach» verfasst. Neben dem Lehrgang «Suchmaschinenmarketing» habe ich viele weitere Seminare rund um die Themen Auftrittskompetenz, Rhetorik und Improvisationskompetenz besucht. Wenn ich ausnahmsweise keine Lust zum Schreiben habe, zeige ich anderen, wie sie besser Schreiben. Zum Beispiel als Keynote-Speaker an Messen wie der «Swiss Office Management» oder im Rahmen von betriebsinternen Workshops und Weiterbildungen. Zum Beispiel zu den Themen «Texten von Stelleninseraten», «Online Schreiben» und «Moderne und zeitgemässe Korrespondenz».

Ausgezeichnete Kinderproduktionen

In all den Jahren habe ich allen, die es wissen wollten und auch allen, die es nicht wissen wollten, lautstark verkündet, dass ich eines schönen Tages Kinderbücher schreiben werde. Dieser schöne Tag kam am 18. Mai 2005, als ich mit den Arbeiten zu «Benjamin der Esel» begann. Die gleichnamige CD mit Sandra Studer als Erzählerin kletterte auf Platz 2 der Schweizer Hörbuchhitparade und wurde von der Vereinigung zur Förderung Schweizer Jugendkultur mit der Höchstnote ausgezeichnet: «Besonders empfohlen». Die Serie «Samichlaus & Schmutzli» umfasst mittlerweile 4 Geschichten («Benjamin der Esel», «Pieps das Rotkehlchen», «Sternestaub im Märlitram» und «Nikki das Eichhörnchen») sowie diverse Zusatzartikel (Adventskalender, Backset, Plüschtiere usw.). Die Produkte erscheinen im Nikki-Pieps Verlag und sind direkt beim Verlag, bei Weltbild, ExLibris und in allen guten Buchhandlungen sowie auf iTunes und Spotify erhältlich. Daneben habe ich Samichlaus & Schmutzli auch als «Musical für Chind» auf die Bühne gebracht: «Bim Samichlaus dihei» haben sich bis heute über 10’000 Personen angeschaut. Seit Frühjahr 2013 stehen die beiden Helfer von Samichlaus & Schmutzli, Eichhörnchen Nikki und Rotkehlchen Pieps, auch dem Osterhasen zur Seite. Auch «Harald der Hirsch» ist als Buch, als CD mit Sandra Studer als Erzählerin und als Notenheft mit Playback CD erhältlich.

Weltrekord im Fondue-Essen

Seit meiner Teilnahme am weltgrössten Fondue-Essen im HB Zürich bin ich offiziell Weltrekordinhaber im Fondue-Essen. Diese Auszeichnung muss ich zwar mit 799 weiteren Personen teilen. Das schmälert meine Leistung aber in keiner Art und Weise. Finde ich.